Resilienz als Leitprinzip
Durch ihre Lage an der Schnittstelle zwischen Land und Meer sind die deutschen Häfen in besonderer Weise von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Vor allem der Anstieg des Meeresspiegels und Extremwetterereignisse wie Sturmfluten, Starkregen oder Hitzewellen stellen die Hafenstandorte vor erhebliche Herausforderungen.
„Auf Grundlage der ersten Klimaanpassungsstrategie wurde nachfolgend ein erstes Konzept erarbeitet, um die Bremische Häfen klimafest zu machen. Dabei hat man die aktuellen und zukünftigen Klimarisiken, Anpassungsbedarfe und mögliche Umsetzungszeitpunkte identifiziert“, erläutert Lena Lankenau, Mitarbeiterin im Team Umwelt und Nachhaltigkeit bei bremenports und stellvertretende Vorsitzende des Fachforums KlimaHafen der Hafentechnischen Gesellschaft (HTG). In die überarbeitete Klimaanpassungsstrategie sind die zentralen Erkenntnisse aus eben dieser Konzeptentwicklung eingeflossen. „Zu den wichtigsten darin enthaltenen Punkten gehört es, die Klimaanpassung systematisch in Hafenstrategie, -planung und -betrieb zu integrieren, ein Monitoring der Klimaänderungen und der eigenen Betroffenheit aufzubauen, und die finanziellen Auswirkungen der Klimarisiken zu quantifizieren“, ergänzt Lankenau. Ebenso wichtig sei es aus ihrer Sicht, das Bewusstsein und die Eigenverantwortung aller relevanten Akteure in der bremischen Hafenwirtschaft zu fördern sowie sich mit anderen Hafenstandorten zu vernetzen und den gegenseitigen Wissensaustausch zu stärken. In diesem Sinn betont auch bremenports-Geschäftsführer Robert Howe: „Klimaanpassung ist kein Einzelprojekt, sondern eine Daueraufgabe, die wir gemeinsam mit allen Hafenakteuren angehen.“
Neben der Zusammenstellung von klimatischen Basisdaten hat man in den Bremische Häfen bereits wichtige Weichen gestellt und zahlreiche konkrete Maßnahmen angestoßen, um den klimawandelbedingten Risiken entgegenzuwirken. Unter anderem wurden die Hochwasserschutzanlagen an die steigenden Meeresspiegel angepasst, etwa am Geestesperrwerk und an der Stromkaje in Bremerhaven. Darüber hinaus werden die Sicherstellung ausreichender Schlepperkapazitäten und die Schaffung zusätzlicher Liegeplätze für diese Arbeitsschiffe vorangetrieben. Denn bei starkem Wind ist in Bremerhaven oft ein verstärkter Bedarf an Schleppern zu verzeichnen, um große Containerschiffe sicher durch den Hafen zu bugsieren.
Über die Rolle von bremenports im Kampf gegen den Klimawandel sagt Lankenau: „Wir sind im Auftrag der Freien Hansestadt Bremen für die Infrastruktur der Häfen in Bremerhaven und Bremen zuständig. Dazu gehören die Instandsetzung von Schleusen und technischen Anlagen, die Gewährleistung der Wassertiefen und die Funktionstüchtigkeit der Gleise der Bremischen Hafeneisenbahn. Alles, was darüber hinausgeht, also auf den Terminalflächen und in der Hinterlandlogistik, müssen wir mit den zuständigen Partnern abstimmen. Deshalb sind wir nicht nur auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Partnern angewiesen, sondern müssen uns in Planungen auch an externe Termine halten, die manchmal nicht so eine schnelle Umsetzung ermöglichen, wie wir es uns wünschen würden.“
In dieser Schlüsselfunktion sieht Lankenau aber auch einen Vorteil, wenn es darum geht, das Zusammenspiel aller Hafenakteure – vom Hafenbetrieb über die Verwaltung bis zu Schifffahrt und Bahn – voran-zutreiben. „Aktuell besteht keine Gefahr für die Bremische Häfen. Aber es hat noch niemandem geschadet, frühzeitig mögliche Handlungsoptionen zu antizipieren und sie gemeinsam durchzuspielen. Denn nur wenn wir Wissen bündeln und Verantwortung teilen, können wir dafür Sorge tragen, dass die Bremische Häfen auch in Zukunft leistungsfähige, sichere und nachhaltige Standorte bleiben.“ Skeptikern hält sie forsch entgegen: „Die beste Vorbereitung, um die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Risiken durch den Klimawandel zu minimieren, ist immer noch der gelebte Klimaschutz.“ (bre)
„Klimaanpassung ist kein Einzelprojekt, sondern eine Daueraufgabe.“
Lena Lankenau, Mitarbeiterin im Team Umwelt und Nachhaltigkeit bei bremenports





